Iyengar Yoga

Iyengar Yoga – oder Hatha Yoga nach B.K.S. Iyengar –  gilt als einer der maßgeblichen Yogastile und Unterrichtsmethoden überhaupt und wurde von dem 1918 in Südindien geborenen B.K.S. Iyengar (Belur Krishnamachar Sundararaja Iyengar) entwickelt, der von 1937 bis 1984 Yoga unterrichtet und dabei seinen Stil Iyengar Yoga ins Leben rief. B.K.S. schrieb während und auch nach seiner aktiven Unterrichtsphase zahlreiche Bücher, die inzwischen zu Standardwerken der gesamten Yogaliteratur zählen, wie z.B: “Licht auf Yoga” oder “Licht auf Pranayama”.

B.K.S. Iyengar lehrt, dass es nicht darum geht, die Asana einzunehmen, wie sie von Yogis vorgeführt wird – sondern sie entsprechend der eigenen Fähigkeiten und evtl. unter Zuhilfenahme von Hilfsmitteln einzunehmen. Im Iyengar Yoga werden deshalb Hilfsmittel wie Blöcke, Gurte oder Klötze verwendet, um den Körper zu unterstützen. Dadurch können auch Personen, denen vielleicht in einigen Bereichen noch die Flexibilität für eine Haltung fehlt, trotzdem die Haltung in abgewandelter bzw unterstützter Form einnehmen und so die Wirkung der Asana auskosten. Beweglichkeit, Ausgeglichenheit, Ausdauer und Vitalität sind nach B.K.S. Iyengar die Folgen einer stetigen Yogapraxis. Dadurch kann der Yogi seinen Körper lernen zu beherrschen und ihn zu einem geeigneten Gefäß für den Geist zu machen. Denn um den geht es auch B.K.S. Iyengar. Seine Yogaphilosophie fusst auf den alten Schriften. Er betrachtet den Körper als einen Tempel, in dem der göttliche Funkte wohnt und den von physischen Unfähigkeiten und Zerstreuungen es durch Yoga zu reinigen gilt.

Besonders wichtig ist im Iyengar Yoga dabei die absolut korrekte Ausrichtung in einer Asana. Fehlerhafte Ausführungen, so B.K.S. Iyengar, führen zu Unbehagen und Beschwerden. Sein Gespür und sein Wissen über die Zusammenhänge im Körper lassen ihn seinen Stil perfektionieren. Eine gute Ausrichtung von Knochen, Gelenken und Sehnen in der Asana entlastet die Muskeln und führt zu einem Gleichgewicht, das Körper und Gedanken ein Gefühl von Leichtigkeit und Heiterkeit verleiht. Das Gefühl von Einheit von Körper, Geist und Seele sollen folgen.

Iyengar selbst gilt als äußerst strenger Lehrer. Er erwartet absolute Disziplin und harte Arbeit an sich selbst. Aufgrund dieser Eigenschaft hat Iyengar Yoga oft den Touch des “Militärischen”. Die Geister scheiden sich, was diese Unterrichtsart betrifft. Nichtsdestotrotz ist Iyengar Yoga der Stil, der gerade für Anfänger besonders geeignet ist, da Iyengar auf die Technik der Asanas und die genaue Ausrichtung der Körperteile zueinander besonderen Wert legt und den Körper für jede Asana entsprechend vorbereitet. Niemals würde hier ein Schüler in eine Haltung geschickt, für die er körperlich noch nicht bereit ist. Und auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen können die Haltungen, die entsprechend der Voraussetzungen der Schüler entsprechend abgewandelt oder mit Hilfsmitteln gelehrt werden, ohne Probleme Yoga üben.

Iyengar Yoga holt den einzelnen wirklich Schüler dort ab, wo er sich gerade befindet. Der Schwierigkeitsgrad des Yogaunterrichtes steigert sich erst nach und nach – angepasst an die wachsenden Fähigkeiten der Schüler, die so langsam und stetig an sich üben und die Haltungen so perfektionieren können. Durch dieses an die Voraussetzungen des Schülers angepasste Übungsweise erlernt der Yogapraktizierende auch Verständnis und Gespür für seinen Körper und kleinste Bewegungsabläufe. So kann er lernen ganzheitlich – physisch und psychisch Einfluss zu nehmen und Körper und Geist zu einer Einheit werden zu lassen.

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