Ashtanga Yoga

Ashtanga Yoga – ein kraftvoller und ftnessorientierter Yogastil, oftmals auch Power Yoga genannt, ist inzwischen vielen ein Begriff – auch, wenn sich der Stil in Deutschland, im Gegensatz zu den USA, nur langsam durchsetzt. Asthanga Yoga wird besonders häufig von Männern praktiziert, da es sich dabei um eine sehr fordernde und schweißtreibende Yogaform handelt, die nicht nur positive Wirkungen auf Körperform und Muskelaufbau hat, sondern im Vergleich mit anderen Yogastilen darüber hinaus auch „fließend“ stattfindet. Das bedeutet, dass verschiedene Yogahaltungen im Atemfluss aneinandergereiht geübt werden, was diese Form des Yoga viel dynamischer und kraftvoller erscheinen lässt, als viele andere.

Darüber hinaus postulierte der Begründer des Asthanga Yoga und ehemaliger Schüler von Sri T. Krishnamacharya (1888-1989), Pattabhi Jois (1915-2009), dass Asthanga Yoga zu 99% aus Übung und 1% aus Theorie besteht, was die von vielen gefühlte (anfängliche) Scheu sich mit dem philosophischen und geistigen Teil des Yoga auseinanderzusetzen, entgegenkommt. Oft Gerade Männer, die sich oft lieber mit ihrem Körper als mit ihrem Geist auseinanderzusetzen scheinen, spricht dieser Stil dadurch an. Darüberhinaus hat Yoga oft den Touch eines esoterischen Entspannungstrainings, den man in diesem Stil selbst mit der Lupe nicht finden kann. Körperbeherrschung und hartes Training führen die Yogis hier an zum Teil schon akrobatische Übungen heran. Keine Frage: wer Yoga für einen straffen, durchtrainierten Körper praktiziert, für den lautet die Antwort oft Asthanga Yoga mit seinen sechs feststehenden Übungsreihen.

Und das obwohl Ashtanga wörtlich übersetzt „Acht Glieder“ bedeutet und sich damit auf den 8-stufigen Pfad von Patanjali bezieht, dessen Philosophische Schule außer den Körperhaltungen, den Asanas, eben noch Sieben weitere ebenso wichtige Teile des Yoga benennt. Dazu gehören unter anderem sowohl Konzentration, Pranayama, als auch die Meditation.

Und doch ist und bleibt Asthanga Yoga der Stil, der sich mit noch am ehesten der Fitnesskultur der USA und der „neuen“ Körperlichkeit verschreibt.

Obwohl gerade in diesem Stil auch die Atmung wichtig ist (Ujjai), die während des Übens angewendet werden soll, ist die Gefahr des Stils doch mehr und mehr zu einer Fitness-Erscheinung zu werden, groß. Und Lehrer mit wenig Erfahrung oder Ausbildung geraten mitunter in die Versuchung, die oft sehr leistungsfixierten Schüler eben noch weiter in Positionen „hineinzudrücken“ und noch weiter und weiter zu gehen. Inzwischen haben selbst einige Yogalehrer den Unterricht und auch die Praxis des Asthanga Yoga wieder aufgegeben, weil sie sich vielleicht ein wenig vom Fitness-Sog haben mitreißen lassen und nun zum Teil selbst mit körperlichen Beschwerden zu kämpfen haben. So zeigt sich wohl doch, dass Yoga im Westen weiterer Anpassung bedarf. Es ist nun mal doch ein Unterschied, ob ein Inder, der mit Yoga aufgewachsen ist oder ein Bankangestellter, der 90% seines Lebens im Sitzen verbringt plötzlich Ashtanga Yoga macht. Kurz und gut: Wer seinem Körper etwas Gutes tun will, muss auch und gerade in fließenden und körperlich fordernden Stilen wie Ashtanga Yoga umso mehr seine eigenen körperlichen Grenzen erkennen und vor allen Dingen auch achten! Ashtanga Yoga ist daher wenig geeignet für Anfänger oder Personen mit körperlichen Beschwerden.

 

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