Swami Vivekananda

Swami Vivekananda, 1863-1902

Vivekananda und Ramakrishna waren DIE Weisen Indiens, die die indische Spiritualität und Religion dem Westen erstmals näherbringe und international werden lassen sollten. Mit größter Auslöser war mit Sicherheit das Parlament der Religionen 1893, auf dem Vivekananda unvergesslich Reden über die Einheit der Religionen halten sollte.

Bevor er 1897 nach Indien zurückkehren sollte, wo er die Ramakrishna Mission Association gründen sollte, die sich bis heute nach dem Ideal des Meisters um Menschen kümmert und sich humanitärer und sozialer Arbeit widmet, reiste er durch den Westen, hielt Vorträge, gründete die Vedanta Society, schrieb sein Werk “Raja Yoga” und lehrte die Menschen Jnana und Raja Yoga, erkennt jedoch, dass Europa ein großes Militärlager ist und am Rande eines Vulkans steht, dessen Feuer, wenn es nicht von Spiritualität gelöscht, ausbrechen wird.

“Er lehrte eine Advaita-Vedanta, die er mit den modernen Ideen von sozialer Gerechtigkeit, Freiheit und der Menschenwürde aller verband… So lieferte er den Rohentwurf dessen, was für ihn eine universelle, zukünftige Religion sein sollte: Eine von Mythologie und monotheistischen Lehren weitgehend freie Vedanta, der das unendliche Selbst aller Wesen lehrt und somit alle ganz unmittelbar verbindet….Eine Religion, die andere Lehren nicht nur toleriert, sondern akzeptiert und in ihrem Herzen beherbergt. Diese ideale Religion müsse auch alle Fähigkeiten des Menschen in sich fassen – Philosophie und Erkenntnis (Jnana), Emotion (Bhakti) und Handeln oder Arbeit (Karma).” (Jyotishman Dam, 118ff). Damit übernimmt er die Einteilung der Bhagavadgita in die drei großen Richtungen Jnana Yoga, Bhakti Yoga und Karma Yoga – stellt ihr aber den Raja Yoga der Meditation und Konzentration als vierte Disziplin hinzu, betont aber auch, dass diese Disziplinen letztlich nicht vollständig voneinander getrennt betrachtet werden können, sondern dass im Fortschreiten der Praxis die Grenzen immer mehr zerfließen würden.

Von vielen als Retter des Hinduismus verstanden, der danach nicht mehr so leicht unter den christlichen Missionaren zerbersten konnte, vollbrachte Swami Vivekanda genug Taten für 1500 Jahre, wie er selbst meinte. Entdeckt worden war Vivekananda von Sir Ramakrishna: Als der aus einer Beamtenfamilie stammende atheistisch erzogene Narendranath Data, später Swami Vivekananda genannt, im Jahre 1881 im Alter von 18 Jahren zum ersten Mal mit Sri Ramakrishna zusammentraf, der ihn überglücklich als seinen zukünftigen Schüler erkannte, der ihm in einer Vision als die Inkarnation des großen Weisen Nara erschienen war, wendet sich Ramakrishna ihm mit Tränen in den Augen zu und spricht: “Ach, du kommst sehr spät. Wie garstig von Dir, mich so lange warten zu lassen.” Auch die Prophezeihung Sri Ramakrishnas, er werde seinen Körper verlassen, sobald er erkennen würde, wer er sei und seine eigene, er werde keine 40 Jahre alt werden, erfüllte er, als er mit 39 Jahren, nachdem zuvor eher er beiläufig auf die Prophezeihung Ramakrishnas angesprochen wurde ob er denn schon wisse, wer er sei und antwortete: “Ja, ich weiß es jetzt.” Jeder erkennt, Narrendras Ende steht bevor…

Seine höchste, kommunizierte Wahrheit lautet, dass ER in allen Wesen gegenwärtig ist. “Diese alle sind manifestierte Formen von ihm. Es gibt keinen anderen Gott, nach dem man sich sehnen könnte.” Er erläutert auch: ”Das Unendliche kann nicht in zwei Teile geteilt werden. Wenn die Seele unendlich ist, kann es nur eine Seele geben, und alle Vorstellungen von verschiedenen Seelen – er hat eine Seele, ich habe eine Seele…sind unhaltbar. Der wahre Mensch ist deshalb einzig und unendlich, der allgegenwärtige Geist, und der sichtbare Mensch ist nur eine Begrenzung jenes wahren Menschen….Der persönliche Gott, dem Schöpfer und Lenker des Weltalls, wie man Ihn genannt hat, dem Beherrscher der Maya oder der Natur, ist nicht das Ende der vedischen gedanken, sondern erst ihr Anfang.. Bis der Vedantist entdeckt, dass Er, den er überall suchte, er selbst ist, dass Er in WIrklichkeit in ihm ist. Er selbst ist der Freie, aber von Schranken umgeben, hielt er sich für gebunden.”(Jyotishman Dam, 120ff)

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