Swami Sviananda
Swami Sviananda, einer der bekanntesten Yogameister der Welt, wurde 1887 in Südindien als Sohn von Brahmanen geboren. Nach seinem Studium der Medizin ging er nach Malaysia wo er in einem Krankenhaus arbeitete und eine eigene Praxis führe, die ihm ein recht luxuriöses Leben gestattete. Trotz täglicher spiritueller Praxis suchte er nach mehr im Leben und ließ sein geordnetes und gut situiertes Leben schließlich hinter sich, zog ins Himalaya Gebirge, wo er seinen Guru fand und zehn Jahre lang intensiv Yoga und Meditation praktizierte. Er verfasste mehr als 300 Schriften – auf die Frage nach seinem Lieblingssatz “Ein Gramm Praxis ist besser als Tonnen von Theorie” antwortete er in Hinblick auf sein Werk, dass manche Menschen eben auch Tonnen von Theorie benötigen würden, um zu einem Gramm Praxis zu gelangen. Sein Schüler Swami Vishnudevananda gehörte zu den Yogis, die zur Verbreitung im Westen beitrugen. Swami Sivanandas teilte die Yogapraxis in drei Teile ein, die ruhig und meditativ geübt werden und vergleichbar wie eine Massage oder Akkupressur durch die Stimulierung von über 500 Akkupressurpunkten pro Yogaeinheit wirken soll. Er beginnt mit dem Sonnengruß auf den seine Rishikesh Reihe, eine Abfolge von 12 Yogahaltungen folgt an die sich dann eine Schlussentspannung anschliesst. Hervorzuheben ist noch, dass jeder Asana eine Ausgleichsposition, meist Shavasana, angefügt wird. Außerdem legen Sivananda Anhänger noch großen Wert auf die richtige Ernährung, die möglichst vegetarisch oder vegan nach strengen ayurvedischen Prinzipien zum gesundheitlichen Nutzen für Körper und Immunsystem und zur Beruhigung des Geistes führen soll und auf die Meditationspraxis, die ein wichtiger Teil des Yoga ist. Sivananda Yogis richten ihr Leben auf diese Richtlinien hin aus und folgen dem mehr spirituellen als körperlich orientierten Weg, der besonders auch das Singen von Mantren und die Lektüre von alten Texten einschließt. Weil die Asanas im Sivananda nicht im Mittelpunkt der Yogaarbeit stehen wird auch das Augenmerk mehr auf die anderen Bereiche gelegt und Schüler üben dadurch häufig Haltungen ohne große Vorbereitung, weshalb der Stil nicht immer unbedingt besonders gesundheitsorientiert ist und sich viele Schüler, die ohne Vorwarnung Kopfstand oder Delphin oder andere Übungen, die eigentlich der exakten Anleitung bedürfen, praktizieren sollen, alleingelassen oder überfordert fühlen.