Yoga Sutra

„Yoga ist Wissen über das menschliche Wesen. Es ist ein Wissen, das auf Erfahrung beruht.“ Diese Anfangssätze des Yoga Sutra verdeutlichen, das Yoga nicht geistig erfasst werden sondern nur „erfahren“ werden kann und sollte. Patanjali fasste in diesem Yoga Sutra das Wissen vom Yoga und vom menschlichen Leben zusammen.

Sutra bedeutet dabei (Leit-)Faden und ist eine Sanskrit-Dichtform. Das 195 Zeilen umfassende Yoga Sutra des Patanjali ist ein Leitfaden zu einem besseren Verständnis des eigenen Geistes und damit zur Überwindung von Leiden.

Denn „nicht im Besiegen von Feinden oder in der aktiven Gestaltung dessen, was uns umgibt liegt eine tiefe Lösung des Problems, wie das menschliche Leiden verringert werden kann, sondern in dem, was wir mit unserem Geist tun.“ Diese Feststellung ist der Ausgangspunkt des Yoga Sutra in dem es darum geht, das eigene meinende denkende Selbst, das Citta zu erforschen und besser zu verstehen.

Gemeint ist dabei, dass nicht unsere Umwelt verantwortlich ist dafür, wie wir uns fühlen, sondern dass der Kern in uns selbst liegt. Übertragen könnte man sagen, dass wir, wenn wir krank sind und den Arzt aufsuchen von diesem auch keine Medizin für unseren Nachbarn verschrieben bekommen, die wir glücklich und in der Überzeugung annehmen, dass dies die Lösung unseres Problems sein wird – sondern wir werden ein Medikament bekommen, das wir selbst einnehmen sollen. Der Kern des Problems liegt also nicht in unserer Umwelt oder darin, wie sich unsere Nachbarn verhalten, der Kern des Problems ist in uns selbst zu finden. Haben wir dies verstanden, können wir uns auf die Suche nach diesem Kern machen und versuchen ihn zu heilen.

Das Yoga Sutra liefert Antworten auf viele dieser Fragen, zeigt Hindernisse und Lösungen auf, um Kummer zu überwinden und emotionale Stabilität zu gewinnen.

Yoga lehrt uns, auch einmal loszulassen. Gedanken an vergangenes oder zukünftiges, unsere geistige Zerstreutheit, die mit ein Grund für Streß und Unausgeglichenheit sind, beiseite zu legen, unsere Gedanken zur Ruhe kommen zu lassen und so wieder etwas mehr in Kontakt mit unserem wahren Selbst zu kommen. Als Folge werden wir viel bewusster und achtsamer.

Das mit Yoga hier weit mehr als das Verharren im Baum oder Krieger gemeint ist, zeigt sich deutlich an Patanjalis acht-stufigen-Pfad des Yoga.

 

 

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