Yoga Philosophie

Während im Westen getreu dem Motto „Ich denke also bin ich“ der Siegeszug des Verstandes einsetzte, phänomenale Entdeckungen und wissenschaftliche, technische und wirtschaftliche Fortschritte gemacht wurden war der indische Weg jahrtausendelang im Gegensatz dazu nicht auf Äußerlichkeiten gerichtet, sondern auf die Erforschung der Innenwelt – des eigenen Erlebens, den Grundlagen von Gefühlen und kognitiven und mentalen Aktivitäten. Zielsetzung war es, den Geist des Menschen besser zu verstehen.

 Viele Denker und philosophische Richtungen entstanden dabei – auch der Weg des Yoga, der bis in unsere Zeit hinein wirkt und Gültigkeit hat und dessen vornehmliches Ziel es ist, menschliches Leiden zu verringern und Zufriedenheit herzustellen.

Die meisten Menschen haben infolge der zunehmenden Mehrfachbelastungen und der unzähligen auf uns einströmenden Sinneseindrücke in unserer schnelllebigen Welt den Kontakt zu sich selbst verloren. Yoga ist ein Weg ganz langsam wieder etwas mehr zu sich selbst zu finden, den eigenen Körper und den eigenen Atem überhaupt erst wieder wahrnehmen und spüren zu können und damit auch wieder ein positives Selbstbild aufbauen zu können. Kein Wunder, dass je komplexer die Welt um uns herum wird, immer mehr Menschen sich wieder auf die fundamentalen und „einfachen“ Grundlagen des Lebens besinnen und so für sich einen Weg suchen den unzähligen an uns gestellten Anforderungen in unserer Leistungsgesellschaft noch eine stabile und ausgeglichene Persönlichkeit entgegenstellen zu können.

Spätestens, wenn der Körper einmal rebelliert, der Geist und unsere Konzentration ihren Dienst versagt, werden wir einmal komplett auf uns selbst zurückgeworfen. Ein solcher Tiefpunkt – mag es nur ein Burnout, ein Reizmagen, Kopfschmerz oder „schlichte“ Überlastung  sein, ist oft der Beginn der Auseinandersetzung mit uns selbst, die uns langfristig zu einem gelasseneren und zufriedenerem Selbst führen soll, das den Widrigkeiten und Umwelteinflüssen der Welt um uns herum standhalten kann.