Immer mehr Yogakurse für Schwangere

by yogulu on 23. Oktober 2011

Yogakurse und Stunden für Schwangere gibt es in einer bald unüberschaubaren Anzahl. Genauso wenig wie bei normalen Yogastunden sind die Inhalte abhängig vom Unterrichtsstil, dem Yogaweg und der Persönlichkeit des Lehrers. So lässt sich leider auch keine generelle Empfehlung für oder gegen einen Kurs aussprechen.

Yoga in der Schwangerschaft kann die Schwangere dabei unterstützen sich auf die Geburt vorzubereiten, Kraft zu tanken, Beschwerden zu mildern und in Kontakt mit sich und dem heranwachsenden Leben zu kommen.

Allerdings gilt es während der Schwangerschaft viel zu beachten und ein Yogalehrer sollte deshalb die anatomischen und physiologischen Anforderungen und Veränderungen während der Schwangerschaft genau kennen. Viel zu oft ist dies leider nicht der Fall. Eine selbst durchlebte Schwangerschaft genügt den meisten weiblichen Yogalehrerinnen, um danach Yoga für Schwangere anzubieten. Die Crux ist nur: wer vorher viel Yogaerfahrung gesammelt hat, entsprechend fit und beweglich ist – sich uns einen Körper zudem durch langjährige Praxis gut einzuschätzen versteht, wird auch in der eigenen Schwangerschaft anders üben können und wollen als jemand der zum ersten Mal in Kontakt mit Yoga kommt. Und so geben viele Yogalehrer ein viel zu ambitioniertes und oftmals ganz normales oder sogar fortgeschrittenes Yoga-Programm an die Schwangeren weiter, deren Körper gerade damit beschäftigt ist, sich komplett auf die neue Situation einzustellen und alle Kraftreserven in die Entwicklung und Versorgung des Ungeborenen zu stecken – und nicht darauf aus ist sich jetzt mit übertriebenen fitness-, muskelaufbau- oder dehnungsübungen zu beschäftigen. Überforderung ist noch das geringste Übel, das aus so einer Unterrichtsstunde entstehen kann.

Dabei ist es gerade in dieser Zeit wichtig daran zu denken, dass die Übende nicht allein in ihrem Körper ist. Somit trägt sie selbst aber auch der Lehrende eine viel größere Verantwortung ob der Sorgfalt und Achtsamkeit für Körper und Leben von Frau und Kind. Insofern sollte sich eine Yogastunde für Schwangere vollkommen auf den Zustand der schwangeren Frauen einlassen und sich voll diesem besonderen Lebensabschnitt der Frauen widmen.

Erfahrungsgemäß will “frau” auch in der Schwangerschaft meist nicht die erste sein, die eine Pause einlegt und beißt lieber die Zähne zusammen oder hält die Luft an um durchzuhalten und alles mitzumachen solange es geht. Leistung bringen – auch in der Schwangerschaft. Eine weit verbreitete – aber sehr törrichte Einstellung, die im Yoga eigentlich generell nichts zu suchen hat und während der Schwangerschaft sogar gefährlich werden könnte.

Den Schwangeren lässt sich deshalb nur raten im Unterricht genau auf ihren eigenen Körper zu hören und sich nicht dem Ehrgeiz hinzugeben, alles “schaffen” oder “halten” zu wollen, was der Lehrer vielleicht gerade anleitet. Lieber “eine Runde” aussetzen, lieber zu früh als zu spät eine Pause einlegen, lieber auf die leider meist sehr schwache innere Stimme hören und sich selbst und dem Baby keine unnötigen Gefahren oder Überanstrengungen aussetzen. Wer so übt kann sicher in jeder Schwangerenstunde gut zurechtkommen, wobei es nie verkehrt ist einen Lehrer zu finden, der über entsprechendes Hintergrundwissen verfügt und in der Lage ist, dies auch in den Unterricht zu transportieren. Denn in diesem sollte es in erster Linie immer um die Bedürfnisse der Schwangeren gehen und weniger darum ein Yogaprogramm nach Schema X zu absolvieren. Im Zweifelsfall sollte natürlich immer ein Arzt oder eine Hebamme kontaktiert werden, bevor ein Kurs besucht wird.

Wer sich im Unterricht – und auch danach – “rund”um wohl fühlt, tut auf jeden Fall das richtige und kann von den Yogaübungen in vielerlei Hinsicht profitieren.

Leave a Comment

*

Previous post:

Next post: