Asanas
Asanas werden die Körperhaltungen genannt, die beim Üben eingenommen werden und die ursprünglich dem Ziel galten, den Körper auf das anstrengende und lange (Stunden, Tage, Wochen, Monatelanges) Sitzen in der Meditationshaltung vorzubereiten bzw auch einen Ausgleich zu dieser Meditationspraxis zu finden.
Auch heute noch wirken Yogahaltungen ausgleichend und vorbereitend – wenn meist nicht mehr in Hinblick auf das Meditieren. Doch wer streckt nicht gern Rücken und Beine nach einem langen anstrengenden Tag vor dem Computerbildschirm oder einer Nacht voller Rückenschmerzen? Yogahaltungen wirken sowohl körperlich als auch mental und helfen den Menschen sich mindestens einen Moment lang aus ihrem Alltag auszuklinken, sich wieder auf sich selbst zu konzentrieren und zur Ruhe zu kommen. Je mehr wir gefangen sind in Job, Familie und Alltag, umso weniger achtsam gehen wir meist mit uns selbst um. Yoga ist eine von vielen Möglichkeiten den Fokus mindestens für die Zeit des Übens wieder auf sich selbst zu lenken, sich selbst etwas Gutes zu tun und zu spüren, was Körper und Geist eigentlich brauchen (würden). Die Warnsignale des Körpers, die oft so lange wie möglich überhört werden (wie Kopf oder Rückenschmerzen) führen viele Menschen früher oder später doch zum Yoga oder einer anderen Praxis, die diesen Beschwerdebildern entgegenwirken soll.
Und so kommen viele Teilnehmer in Yogastudios über das körperliche und die Erfahrung mit dem eigenen Körper langsam und tiefer zu dem, was Yoga noch ist. Keine Religion, kein Hexerei, sondern schlicht und einfach Selbsterfahrung und die Erkenntnis, wie es ist einfach hier und jetzt in diesem Moment zu leben, diesen Moment zu spüren und ihn wirklich zu fühlen. Ob das nun während einer körperlich fordernden Yogahaltung, einer Atemübung oder einfach im Bus auf dem Weg zur Arbeit ist. Die Überraschung ist: Hat man mit Yoga begonnen, ist Yoga früher oder später einfach überall. Der erste Schritt sind die Asanas, die Dich mit Deinem Körper versöhnen. Der zweite oft miteinbezogene Schritt sind die Atemübungen, Pranayama, die Dir Deinen Atem näherbringen, der ein wichtiger, oftmals unterschätzter Baustein auf dem Weg zu mehr Wohlgefühl sind.
Der körperliche Teil, die Asanas schulen den Körper. Machen ihn flexibel, beweglich, aber stärken ihn auch und wirken damit vielen Beschwerdebildern entgegen, die durch Verspannungen oder schlechte Durchblutung u.ä. kommen. Asanas zu üben zeigen Defizite auf und lehren uns aber auch uns mit unserem Körper zu versöhnen – ihn anzunehmen wie er ist und nicht mehr von ihm zu verlangen, als er gerade zu leisten vermag. Auf diese Art und Weise geübt befreien Asanas uns aus der Falle der Leistungsgesellschaft und aus unserem eigenen Perfektionsanspruch und helfen uns so während des Übens Frieden zu schließen – mit der Welt um uns herum und vor allen Dingen auch mit uns selbst.
Es gibt verschiedene Arten von Asanas, die im Folgenden nach der körperlichen Ausrichtung unterteilt werden. Jede Asana hat sowohl körperliche als auch mentale und geistige Auswirkungen, die zum Großteil langfristig ausgelegt sind, zum Teil jedoch auch unmittelbar spür- und erlebbar sind.